Lemuren


Mausmaki

Bedingt durch die Isolation vom afrikanischen Kontinent konnten sich auf Madagaskar über Millionen von Jahren eigene, endemische Arten herausbilden. Zu den spektakulärsten Arten gehören zweifelsfrei die Lemuren, Halbaffen bzw. Feuchtnasenprimaten, die ausschließlich auf Madagaskar und den umliegenden Inseln vorkommen. Die Größe der Lemuren reicht von 11 cm beim Mausmaki bis zu 80 cm beim Indri mit einer Schwanzlänge von 5-60cm. Das Gewicht reicht von etwa 30gr bis 10kg. Ihr Lebensraum beschränkt sich auf die Wälder und können hier aufgrund ihrer in vielen Gebieten niedrigen Fluchtdistanz zum Teil sehr leicht beobachtet werden. Gelegentlich werden Lemuren angefüttert, um eine bessere Beobachtung zu ermöglichen, jedoch ist dieses Anlocken mithilfe süßer Früchte in Nationalparks grundsätzlich verboten und wird nur noch in Hotelanlagen oder kleineren privaten Parks praktiziert. Durch das Anfüttern ist die Gewöhnung an den Menschen teilweise sogar so stark, dass sich Lemuren sogar auf die Schulter von Menschen setzen oder diese als „Sprunghilfe“ verwenden, um von einem Baum zum nächsten zu gelangen.

Lemuren leben auf Bäumen und laufen nur in seltenen Fällen auf dem Boden. Lemuren springen dabei mit großer Sicherheit von Ast zu Ast. Die Beine sind grundsätzlich länger als die Arme und werden mehr bei der Fortbewegung eingesetzt. So springen Lemuren mehr von Ast zu Ast, im Gegensatz zu anderen Primaten, die sich eher von Ast zu Ast hangeln. Teilweise springen Lemuren sogar mit aufrechtem Oberkörper. Wenige Arten können sogar aufrecht auf dem Boden laufen (oder besser gesagt hüpfen), in den allermeisten Fällen laufen Lemuren jedoch auf allen Vieren.

Aufgrund der langen Isolation ist bei Lemuren der Geruchssinn stärker ausgebildet als bei anderen, höheren Primaten, die ihrerseits ein besseres Sehvermögen ausgebildet haben und daher nicht mehr so stark auf ihren Geruchssinn angewiesen sind. Die kleineren Lemurenarten sind nachtaktiv und haben sehr große Augen, die, um die Sehleistung zu erhöhen, eine reflektierende Schicht auf der Netzhaut haben. Die größeren Arten sind vorwiegend tagaktiv.

Bedrohung

Die Lemurenpopulation ist besonders durch die Zerstörung des Lebensraums gefährdet. Aber auch die Bejagung der Lemuren stellt eine große Gefährdung dar, sei es, um die Tiere zu verspeisen oder um sie als Haustiere zu halten. Seit der Besiedelung Madagaskars sind bereits mehrere Lemurenarten ausgestorben. Bei den bekannten ausgestorbenen Arten handelte es sich um Lemurenarten, die größer als die bekannten noch existierenden Arten waren. Größere Arten lieferten mehr Fleisch und waren daher vermutlich stärker bejagt. Außerdem waren diese vermutlich langsamer als die kleineren Arten und konnten daher nicht so schnell fliehen. Erschwerend kommt bei größeren Arten hinzu, dass hier die Populationsdichte und die Fortpflanzungsrate in der Regel geringer sind als bei kleineren Tieren. Die bekannten ausgestorbenen Lemurenarten unterteilen sich in 8 Gattungen, was etwa einem Drittel der gesamten Gattungen entspricht und 16 Arten, was insgesamt etwa einem Fünftel der Arten entspricht. Bedenkt man die Tatsache, dass Madagaskar erst vor etwa 1500 Jahren besiedelt wurde, ist die Rate an ausgestorbenen Arten sehr hoch. Da derzeit sehr viele Arten stark vom Aussterben bedroht sind darf man jedoch vermuten, dass auch kleinere Arten bereits ausgestorben sind, die uns nicht bekannt sind.

Lebende Arten

Einige internationale Forscherteams arbeiten an der Erforschung der Lemuren. Immer mehr werden diese Teams auch von madagassischen Forschern unterstützt.

Die Lemuren Madagaskars werden in 5 Familien, 15 Gattungen und 97 Arten unterteilt (Quelle: Wikipedia, Stand 2008), die zu 100% endemisch sind. Durch bessere Erforschung der Lemuren werden aber auch immer wieder neue Arten entdeckt, daher kann sich die Zahl der bekannten Arten schnell ändern.

  • Fingertiere (Daubentoniidae)
    • Aye Aye (Daubentonia madagascariensis)
  • Katzenmakis (Cheirogaleidae)
    • Gabelstreifenmakis (Phaner): vier Arten
    • Fettschwanzmakis (Cheirogaleus): sieben Arten
    • Büschelohrmaki (Allocebus trichotis)
    • Riesenmausmakis (Mirza): zwei Arten
    • Mausmakis (Microcebus): 16 Arten
  • Lepilemuridae
    • Wieselmakis (Lepilemur): 26 Arten
  • Gewöhnliche Makis (Lemuridae)
    • Varis (Varecia): zwei Arten
    • Katta (Lemur catta)
    • Große Makis (Eulemur): zwölf Arten
    • Bambuslemuren oder Halbmakis (Hapalemur): sechs Arten
    • Großer Bambuslemur (Prolemur simus)
  • Indriartige (Indriidae)
    • Wollmakis (Avahi): neun Arten
    • Sifakas (Propithecus): neun Arten
    • Indri (Indri indri)
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