Andringitra Nationalpark


Andringitra Nationalpark

Größe: 31.160ha

Gründungsjahr: 1998 (wurde 1927 als Naturschutzgebiet gegründet)

Region: Haute-Matsiatra

Verwaltung: Privater, gemeinnütziger Verein (wird vom WWF betreut)

Karte/Relief: GPS: 22°07 Süd - 22°21 Süd und 46°47 - 47°02 Ost. Der Park liegt im südlichen Hochland, das Bergmassiv, welches aus Granit besteht, variiert zwischen 650 m bis 2658 m Höhe.

Geographie

Der Andringitra Nationalpark liegt im Südosten von Madagaskar und zeichnet sich durch seinen mystischen Charakter und seine einzigartige Natur aus. Der Inselberg "Pic Boby" sticht mit 2.658 m aus der kargen Mondlandschaft heraus und ist vulkanischen Ursprungs. Er ist der höchste zugängliche Gipfel der Landes und zweithöchster Punkt Madagaskars. Durch die imposanten Gebirgsformationen (zumeist Granit) hat man zahlreiche Möglichkeiten eine spektakuläre Aussicht zu genießen. Der Berg stellt auch einen wichtigen Angelpunkt in der längsten ununterbrochenen Regenwald-Kette in ganz Madagaskar dar, welche sich über 180 km vom Ranomafana Nationalpark im Norden bis zum Pic Boby im Süden erstreckt.

Der Andringitra Nationalpark wird von dem Fluß Zomandao, ein Zufluss des Mangoky, durchquert.

Klima

Die Temperaturen variieren zwischen -7°C  und 25 °C, mit einer durchschnittlichen Temperatur von 21º C. In den Höhenlagen ist das Klima wechselhaft und man sollte auf plötzlichen Regen vorbereitet sein. Der Februar ist einer der regnerischsten Monate des Jahres (am östlichen Hang kann bis 4.000 mm Regen pro Jahr gemessen werden). Die Monate Juli und August hingegen sind recht mild.

Lebensräume


typische Felsformation

Der Lebensraum im Andringitra-Nationalpark ist endemisch und hat darüber hinaus eine sehr reiche Biodiversität. Man kann ihn in drei verschiedene Ökosysteme aufteilen: Regenwald im Tiefland, Gebirgswald und die Vegetation im Hochland.

Bevölkerung

Es gibt drei verschiedene Bevölkerungsgruppen die innerhalb des Andringitra Nationalparks leben. Jede von ihnen hat ihr eigenes Wertesystem und hat sich an die natürlichen, lokalen Gegebenheiten angepasst. So lebt in den nördlichen Gebirgsausläufen das Stammesvolk Betsileo. Diese leben hauptsächlich von der Viehzucht und dem auf den terrassenförmigen Feldern angebauten Reis. Im Westen des Parks lebt der Stamm Barabory, welche von ihren Rindern leben, die auf den offenen Feldern der Savanne grasen. Im Osten des Parks leben die Baraharonga, welche ursprünglich von Wanderarbeitern aus dem Südosten abstammen. Heute haben sie sich in den Tropenwäldern niedergelassen, wo sie hauptsächlich vom Reisanbau leben.

Flora


Andringitra Nationalpark

Es gibt über 1.000 verschiedene Pflanzenarten. Die Vegetation wird durch die verschiedenen Wälder geprägt, welche entweder feucht und dicht von niedriger Höhe oder von durchschnittlicher Höhe sind. Die Vegetation im Gebirge zeichnet sich durch Bäume mit kleinen, harten, immergrünen Blättern (sklerophyll) aus.

Besonderheiten:

  • Der Rhipsalis baccifera gehört zu der Familie der Kakteengewächse. Er gehört des Weiteren zu den Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) und wächst in Bäumen. Man kann diese Pflanze an ihren hängenden, zweigestaltigen Trieben von 1 bis 4 Meter Länge und den an den Triebspitzen sitzenden Areolen erkennen. Ihre weißlichen Blüten haben einen Durchmesser von 5 bis 10 Millimeter, ihre runden, transparenten Früchte sind weiß, teils rosafarben.
  • Der Ficus rubra. Auch diese Pflanze gehört zu den Epiphyten, sie schlängelt sich jedoch vom Boden dem Baumstamm hinauf. Dies hat zur Folge, dass der Stamm regelrecht erdrosselt wird, was im Laufe der Zeit zum Absterben des Baumes führt.

Aloe im Nationalpark
  • Die Helychrisum mirabile, man nennt sie auch die Unsterbliche. Diese sehr seltene Pflanze wächst in felsigen Zonen und man kann sie an ihren graugrünen Blättern und ihrer weißen Blüte, welche zwischen Juli und August blüht, erkennen. 
  • Die Aloes andringitriensis ist eine endemische Aloe. Diese außergewöhnliche Blume steht von Juni bis September in Blüte.

Fauna

Man findet im Andringitra-Park:

  • 7 Schalentierarten
  • 190 Insektenarten (inkl. Wasserarten)
  • 78 Amphibiearten (darunter 55 verschiedene Froscharten)
  • 50 Reptilienarten
  • 54 Säugetierarten (13 verschiedene Lemurenarten, Fleischfresser, Fledermäuse, Mikrosäugetiere)
  • 108 Vogelarten

Besonderheiten:

  • Der Lemur catta ist ein mittelgroßer Lemur mit braunem Fell und einem unverwechselbar geringelten Schwanz. Er ist Allesfresser, bevorzugt jedoch Früchte. Im Vergleich zu anderen Lemuren-Arten ist er hauptsächlich tagaktiv und verbringt viel Zeit am Boden, was eine untypische Verhaltensweise ist. Man kann den Katta das ganze Jahr über beobachten, jedoch ist der Zeitraum der Geburten (Oktober/November) der idealste Zeitpunkt. Man findet diesen Ringelschwanz-Lemur in Gruppen wieder, welche aus ca. 13 bis 15 Tieren bestehen und jeweils von einem dominanten Weibchen angeführt wird.
  • Der Alectroenas madagascariensis oder auch Madagaskar-Fruchttaube, ist ein ca. 25 – 28cm großer Vogel. Er hat ein blaugraues Gefieder und seine Augen sind von einem roten Ring umgeben. Bauch und Kehle sind weiß, sein Schwanz violett-blau-rot. Dieser Vogel lebt entweder paarweise oder in Gemeinschaft mit bis zu 12 weiteren Vögeln zusammen. Vorzugsweise leben sie in tropischen Waldgebieten, besiedeln jedoch auch immergrüne tropische Laubwälder. Die Brutzeit dauert von Juli bis März.
  • Der Buteo brachypterus gehört zu der Familie der Habichtartigen. Diesen Vogel kann man an seinem gekrümmten Schnabel und seiner weißen, hellbraun gefleckten Brust erkennen. Er lebt sowohl in Wäldern als auch in kargen, felsigen Gebieten in Höhenlagen von 2.300m.
  • Der Furcifer campani. Dieses kleine Chamäleon kann man an seiner schwarzen Körperfarbe, den weißen, gelben und roten Flecken und den 3 längsverlaufenden Streifen erkennen. Es gehört zu den endemischen Arten und lebt vorwiegend in ariden Gebieten. In der Regensaison, welche von Januar bis März dauert, vergräbt es seine Eier in Erdlöchern.
  • Der Calumma nasuta gehört zu den kleinsten Chamäleons der Welt. Es hat einen gelben, schlanken Körperbau mit einem schwach ausgeprägten Rückenkamm. Seinen Namen verdankt es seinem ausgeprägtem Schnauzenfortsatz (nasuta, von Nase). Männchen können eine Länge von 10 cm erlangen, während Weibchen mit maximal 9,5 cm kleiner sind. Der Calumma nasuta lebt bevorzugt in feuchten Gebieten, wie z.B. die Laub- und Krautschicht der Regenwälder; man kann ihn jedoch auch in Bäumen oder Gärten vorfinden.

Tourismus


Bungalow-Anlage

Die Region des Andringitra-Gebirges gehört zu den touristisch besterschlossensten Regionen Madagaskars. Man kann sowohl individuell als auch mit einer organisierten Gruppenreise den Park bereisen. Im Andringitra-Nationalpark wird darauf geachtet, dass der Tourismus einen nachhaltigen Aspekt hat. Die Neuanlegung der Wanderwege sowie eine Erhöhung der Anzahl von Übernachtungsmöglichkeiten soll dies unterstützen. Bis zu 30 Naturfreunde können entweder gemeinsam im Schlafsaal oder in Einzelzimmern in der Herberge des Parks übernachten. Wer der Natur noch näher sein will, kann es sich auch draußen auf einem der fünf Zeltplätze gemütlich machen. Ein weiteres Gasthaus, welches insgesamt 24 Besucher empfangen kann, befindet sich im Tal von Namoly.

Insgesamt gibt es zwei Parkeingänge, einen in Namoly und einen in Morarano, welche über relativ schlechte Pisten zu erreichen sind. An jedem Eingang gibt es ein Interpretationszentrum mit einem Empfangsbüro, in dem man von Parkangestellten umfangreiche Auskünfte über den Park erhalten kann. Des Weiteren kann man einen der 35 englisch und französisch sprechenden Guides für einen geführten Rundgang buchen.

Über insgesamt fünf Hauptwege, kann man den Park auf unterschiedlich langen und unterschiedlich schwierigen Touren erkunden, sei es eine 4-stündige Tageswanderung oder ein 3-tägiges Trekking.

Mit seiner sehr reichen Artenvielfalt und den sehr unterschiedlichen Landschaften, gibt es viel zu entdecken. Auch die Bräuche und Traditionen der im Park lebenden Bevölkerung haben ihre Auswirkungen: so sind z.B. Schweine ein Tabu und im ganzen Park verboten.

verschiedene Wanderrouten:

Asaramanitra: Wanderung von ca. 4 Stunden, bei denen man die vielfältige Vegetation bestaunen kann: Chamäleons, Mausmakis, wunderschöne Orchideen. Der ca. 6 km lange Treck bringt einen auch an einen 300m hohen Wasserfall.

Imaitso: Wanderung von ca. 8 Stunden, welche einen auf den 14 km durch einen unberührten Tropenwald führt. Viele verschiedene Vogel- und Lemurenarten können beobachtet werden und in der Zeit von Januar bis März stehen zahlreiche Orchideen in Blüte.

Diavolana: Wanderung von ca. 10 Stunden (für geübte Wanderer). Während der 13 km langen Tour muss man einige Höhenunterschiede bewältigen, wird dafür mit weitläufigen Wäldern, schönen Blumenfeldern und einer möglichen Begegnung mit dem Katta-Lemuren entschädigt.

Isahavato: Wanderung von ca. 12 Stunden. Dieser 15 km langer Treck ist etwas für den sehr erfahrenen Wanderer; seine streckenweise steilen Wege führen jedoch zu einem hochgelegenen Plateau, auf dem man dann inmitten von Palmenhainen und kleinen Seen eine verdiente Pause einlegen kann.

Imarivolanitra: zwei- bis dreitägige Tour. Für denjenigen, dem eine Tageswanderung zu kurz ist, bietet sich diese 28 km lange Wanderung an, welche auf den Gipfel des Pic Boby führt.

Auch sollte man einen Besuch der Gemeinde von Iarintsena (nahe bei Ambalavao) nicht verpassen. Dort kann man nicht nur die sehr reiche Flora und Fauna bewundern, sondern man kann auch mit der offenen und freundlichen Bevölkerung in Kontakt treten. Die Kultur der Betsileos mit ihren traditionellen Gerichten und dem lokalen Handwerk wird einen verzaubern und man sollte auch einen Besuch des lokalen Marktes sowie des bekannten Zebumarktes in Ambalavao machen. Weinliebhaber kommen auch auf ihre Kosten und sollten unbedingt den edlen Wein von Ambalavao kosten.

Geschichte

Im Jahre 1927 entstand Andringitra zuerst einmal als ein Naturschutzgebiet und wurde erst im Jahre 1998 zum Nationalpark, als welcher er ein Jahr später dann eingeweiht wurde. 2007 wurde der Andringitra-Nationalpark mit 5 weiteren Parks als weltweites Naturerbe von der UNESCO klassifiziert wurde.

Referenzen

http://www.parcs-madagascar.com/fiche-aire-protegee_de.php?Ap=14
http://www.madainfo.de/hochland.htm#schutz
http://de.wikipedia.org/wiki/Andringitra-Gebirge
http://www.tropicos.org/project/mada
http://www.echsen.de/Echsen-Rassen-Calumma+nasuta.html
http://www.belocal.de/madagaskar/sehenswuerdigkeiten/andringitra-national-park/514044

www.Madagaskar.info

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